Fertigkeller | Doppelmayr & Messerschmidt

Fertigkeller bauen

Beim Bau eines Hauses können zukünftige Hausbesitzer mit einem Fertigkeller sowohl Zeit als auch Geld sparen. Es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Argumenten, die für einen Keller in Fertigbauweise sprechen. Der folgende Ratgeber befasst sich umfassend mit dem Thema, sodass Bauherren bei ihrem Bauvorhaben leichter eine Entscheidung treffen können.

Welche Vorarbeiten sind erforderlich, bevor der Bau beginnt?

Sobald die Entscheidung für einen Fertigkeller gefallen ist, müssen Bauherren mehr oder weniger aktiv werden. Es beginnt für die Interessenten alles mit einer ausführlichen und individuellen Beratung durch den Fertigkeller-Anbieter. Wenn möglich, sollte bei diesem Gespräch bereits ein Bodengutachten vorhanden sein, denn daraus leiten sich alle weiteren Schritte rund um den Kellerbau ab. Mit dem Baugrundgutachten, wie das Bodengutachten auch genannt wird, bekommen die Anbieter des Fertigkellers Informationen zur örtlichen Bodenbeschaffenheit, der Tragfähigkeit des Bodens sowie den bestehenden Wasserbedingungen. Sollte auf dem Grundstück drückendes Grundwasser bestehen, dann müssen schon bei der anstehenden Planung besondere Normen rund um die Kellerabdichtung beachtet werden.

Damit der Fertigkeller-Anbieter ein exaktes Angebot erstellen kann, benötigt er ein paar wichtige Unterlagen:

  • Entwürfe der Grundrisse von Keller und Erdgeschoss
  • Höhe des Kellergeschosses
  • Daten vom Fertighaus-Anbieter

Damit der Bau des Fertigkellers im Anschluss daran reibungslos verläuft, werden weitere Dokumente benötigt. Dazu gehören:

  • Baugesuch mit Grundriss
  • Entwässerungspläne
  • Baugenehmigung
  • Berechnungen rund um die Hausstatik
  • Bodengutachten
  • Kellerwerkplan
  • Deckendurchbruchsplan
  • Bestätigung zur Baufinanzierung

Planung und Genehmigungen

Auch beim Kellerbau werden vor der endgültigen Planung Genehmigungen benötigt, die als Grundlage für den Kelleranbieter dienen. Die folgenden Tipps sollen helfen, dass beim ersten Gespräch alles planmäßig verläuft.

Wie plant man den Fertigkeller und welche Baugenehmigungen sind notwendig?

Wenn möglich sollten Baufamilien sich im Vorfeld über die spätere Nutzung des Fertigkellers im Klaren sein, denn sowohl der Wohnkeller als auch der reine Nutzkeller können realisiert werden.

Bauherren entwerfen gemeinsam mit dem Fachmann des Fertigkeller-Anbieters im Rahmen der CAD-Planung den individuellen Keller. In. Zusammenarbeit mit dem Architekten wird mithilfe eines Masterplans die Herstellung koordiniert. Dieser Schritt beinhaltet auch alle nötigen Behördenvorgänge. Im Anschluss daran werden die Ausführungspläne erstellt. Nach der letzten und endgültigen Kontrolle aller Pläne geht der Fertigkeller in die Produktion.

Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten?

Im ersten Schritt muss klar sein, ob ein Keller laut Bebauungsplan gebaut werden darf. Sofern nichts gegen den Kellerbau spricht, müssen die gesetzlichen Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) beachtet werden. Soll der Keller als Wohntraum genutzt werden, muss zum Beispiel eine Mindesthöhe von 2,30 m eingehalten werden.

Fertigkeller-Design und -Layout

Der Fertigkeller kann so individuell geplant werden wie ein Fertighaus. Somit entspricht der fertige Keller genau den individuellen Vorstellungen und Wünschen der Hausbesitzer.

Wie gestaltet man das Design und Layout des Fertigkellers?

Nachdem der Fertigkeller in allen Einzelheiten am Computer geplant wurde, wird der Keller im Werk des Fertigkeller-Herstellers produziert. Beim Design und beim Layout haben Baufamilien im Grunde genommen freie Hand. Sie können bestimmen, wie der fertige Keller aussehen soll. Bei den Kellerkonstruktionen werden gemäß Kundenwunsch die Aussparungen für Fenster und Türen, Rohre, Leitungen, Dämmungselemente und Anschlüsse in die Betonfertigteile integriert.

Welche Räume und Funktionen sollten berücksichtigt werden?

Wünscht die Baufamilie anstatt des Vollkellers nur eine Teilunterkellerung, kann dies ebenfalls realisiert werden. Die Kunden können ganz nach ihren Wünschen und Anforderungen die Aufteilung der Räume im Keller vornehmen. Dazu wird gemeinsam mit dem Berater festgelegt, an welchen Wänden sich Kanäle für Leitungen sowie Aussparungen für Lichtschalter, Steckdosen, Fenster und Türen nötig sind. Der Fertigkeller deckt so die individuellen Bedürfnisse der Kunden ab.

Bauweise und Konstruktion

Auch beim Fertigkeller gibt es verschiedene Bauweisen, die wir uns im Folgenden näher angeschaut haben.

Welche Bauweisen und Materialien sind für Fertigkeller üblich?

Als Bauweise beim Fertigkeller kommt in der Regel die weiße Wanne zum Einsatz, welche komplett wasserundurchlässig ist. Selbst bei einem hohen Grundwasserspiegel müssen sich die Hausbesitzer keine Gedanken machen, denn die weiße Wanne beim Fertigkeller ist sehr hoch belastbar.

Beim Bau kommen nur hochwertige Materialien zum Einsatz. Dazu zählen neben Kies und Schotter auch der sogenannte Ortbeton zum Verbinden der Wandelemente. Die Wandelemente selbst bestehen aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton), die bereits ab Werk gedämmt sind.

Soll der Keller als Wohnkeller genutzt werden, dann ist die Kellerdämmung zwingend nötig. Eine solche Dämmung schützt die Bewohner vor hohen Heizkosten und sorgt zusätzlich dafür, dass es nicht zu Problemen mit Schimmel kommt. Die Kellerräume des Hauses können auf verschiedene Arten gegen Wärmeverluste geschützt werden. Als Standard gilt hier die Perimeterdämmung bei der auf die Kelleraußenwände spezielle Dämmplatten aufgebracht werden. Diese sind sowohl druck- und feuchtebeständig als auch verrottungsfest. Des Weiteren kann der Keller mit einer Innendämmung versehen werden. Einige Unternehmen beim Kellerbau bieten auch die sogenannte Kerndämmung an. Hierbei verschwindet die Wärmedämmung komplett im Inneren der Kellerwände, sodass es nicht zu räumlichen und optischen Beeinträchtigungen kommt.

Wie wird die Stabilität und Haltbarkeit sichergestellt?

Die statisch notwendige Bewehrung sorgt für die Stabilität beim Fertigkeller. Dazu werden spezielle Stahleinlagen in die Fundament- und Bodenplatten sowie in die Deckenelemente und in die Wand eingebracht.

Selbst bei weichen und sandigen Grundstücken sowie bei Häusern am Hang bieten Keller im Fertigbauverfahren eine gute Stabilität und Haltbarkeit. Um dem Fertigkeller eine gute Stabilität zu gewährleisten, müssen unter Umständen besondere Stützkonstruktionen für den Fertigkeller erstellt werden. Laut der Gütegemeinschaft Fertigkeller e. V. (GÜF) empfiehlt, sich vor dem Hausbau ein geologisches Gutachten vom Grundstück erstellen zu lassen.

Wasserdichtigkeit und Isolierung

Nicht nur die Wasserdichtigkeit, sondern auch die Isolierung spielen für Hausbesitzer beim Fertigkeller eine wichtige Rolle, denn das Wasser ins Kellergeschoss gelangt, ist für die Hausbesitzer eine Horrorvorstellung. Die Schimmelbildung im Eigenheim ist hier schon vorprogrammiert und die Nerven der Besitzer liegen blank.

Wie schützt man den Fertigkeller vor Feuchtigkeit und eindringendem Wasser?

Für die nötige Kellerabdichtung von außen kommt beim Fertigkeller üblicherweise ein kunststoffmodifiziertes Dickbeschichtungsmittel zum Einsatz. So wird sichergestellt, dass von außen kein Grundwasser in den Keller gelangen kann.

Die meisten Unternehmen beim Fertigkeller bieten die weiße Wanne an, bei der sowohl die Wände als auch die Decke aus einem wasserundurchlässigen Beton, dem sogenannten WU-Beton bestehen. Des Weiteren werden die Bodenplatte sowie die Wände fest miteinander verbunden, um eine geschlossene Einheit zu erreichen. Der Hersteller des Fertigkellers liefert entsprechend große Fertigteile, sodass in der Regel kaum Fugen an der Wand abgedichtet werden müssen. Die unvermeidlichen Fugen zwischen Wand und Bodenplatte werden mit einem Fugenband als nahtlose Abdichtung eingegossen, damit kein Wasser eindringen kann und es erst gar nicht zur Schimmelbildung kommt.

Welche Isolierungsmaßnahmen sind erforderlich?

Dank der Wärmedämmung beim Fertigkeller können Hausbesitzer nicht nur Heizkosten sparen, sondern beugen zusätzlich der Bildung von Schimmel vor. Damit es nicht zu den gefürchteten Wärmeverlusten durch das Eindringen von Kälte über die Bodenplatte und die Außenwände kommt, können Baufamilien unter verschiedenen Möglichkeiten der Dämmung wählen. Neben der Perimeterdämmung bzw. der Innendämmung bieten einige Firmen als Lösung die Kerndämmung zwischen den beiden Wandschalen an.

Fenster und Belüftung

Die Räume im Keller sollten mehrmals täglich gelüftet werden. Gerade im Winter ist die Außenluft deutlich trockener, sodass im Keller öfter gelüftet werden kann. Sinnvoll ist es, die Räume im Keller mehrmals am Tag für 10 bis 20 Minuten stoß und quer zu lüften, als die Fenster permanent offen zu lassen. So kühlt der Keller nicht unnötig aus und muss dann entsprechend wieder aufgeheizt werden, was unnötige Heizkosten verursacht.

In den Sommermonaten sollte der Keller morgens und abends, wenn es nicht so heiß ist, gelüftet werden. Dies gilt im Übrigen auch für das Haus, denn durch schwüle und warme Luft gelangt unnötig viel Feuchtigkeit in das Innere.

Wird der Fertigkeller als zusätzlicher Wohnraum genutzt, sollte bei der Planung in jedem Fall an eine Belüftungsanlage gedacht werden. Ausreichend Fenster sind beim Hausbau vorgesehen, sodass auch dadurch die Belüftung sichergestellt werden kann.

Elektrik und Energieversorgung

Wie bereits erwähnt, werden bei der Produktion alle Aussparungen für Elektroleitungen, Steckdosen und Lichtschalter in die Betonfertigteile integriert, sodass später auf der Baustelle diesbezüglich keine extra Arbeiten eingeplant werden müssen.

Kosten und Budgetierung

Für Bauherren spielen sowohl die Kosten für das Haus als auch für den Fertigkeller eine entscheidende Rolle. Für den Fertigkellerbau können von den Anbietern wie zum Beispiel Glatthaar Keller oder andere Partnerunternehmen keine festen Preise genannt werden. Die Kosten rund um den Fertigkeller sind sowohl von der Bauregion bzw. dem Baugrundstück als auch von einer Reihe von weiteren Faktoren abhängig. Dazu zählen:

  • Bodenklasse
  • Bodenbedingungen
  • Hochwasserschutz
  • Grundwasserspiegel
  • Größe Fertigkeller
  • Art der Dämmung
  • Ausbaustufe
  • Sonderwünsche

Nicht zu vergessen sind die Kosten für den Erdaushub sowie den Abtransport der Erde. Hier kann gesagt werden, je felsiger der Boden ist, umso teurer wird der Aushub. Auch bei einem sehr hohen Grundwasserspiegel steigen die Kosten für den Fertigkeller pro Quadratmeter deutlich an.

Auch die Nutzung vom Keller spielt bei den Kosten eine wichtige Rolle. Bei zusätzlichen Wohnraum müssen Baufamilien mit deutlich höheren Kosten rechnen als bei einem reinen Nutzkeller, da die Vorgaben der Landesbauordnung erfüllt werden müssen.  Die Kosten für einen herkömmlichen Fertigkeller liegen je nach Anbieter bei ca. 1.000 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Wohnkeller müssen Baufamilien mit Kosten von ca. 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Kostenbeispiel für einen Fertigkeller für ein frei stehendes Haus:

  • Nutzfläche: 98 qm
  • Lichte Kellerraumhöhe: 2,30 m
  • Wenig Grundwasser auf dem Baugrund

Baufamilien müssen für den Fertigkeller mit reinen Kosten von 44.000 Euro rechnen. Dazu kommen Kosten für das Ausbaggern und weitere Erdarbeiten von rund 11.000 Euro.

Zeitplan und Bauüberwachung

Eine der wesentlichen Vorteile beim Fertigkeller ist die kurze Bauzeit. Die Fertigteile für den Keller werden im Werk des Herstellers wetterunabhängig produziert. Dies ermöglicht eine Produktion auch im Winter. Anschließend werden sie auf die Baustelle geliefert. Auf der Baustelle sorgt der Hersteller mit einem entsprechenden Montage-Team für den Aufbau. Der Aufbau von den Betonteilen ist in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Werktagen abgeschlossen, sodass das Haus direkt im Anschluss erbaut werden kann. Die Bauzeit vor Ort ist dabei abhängig von der Größe des Fertigkellers sowie der jeweiligen Ausführung und Qualität.

Fazit

Beim eigenen Haus sollte immer an einen Keller als Fundament gedacht werden. Die Vorteile eines Fertigkellers sind vielseitig und kaum ein Hausbesitzer möchte später noch auf den Fertigkeller verzichten. Auch wenn die Baukosten zu Anfang höher sind als beim Bau einer Bodenplatte, sollte nicht vorschnell eine Entscheidung gegen den Keller getroffen werden.  In den folgenden Jahren amortisieren sich die Kosten für den Fertigkeller, denn aufgrund seiner zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten bietet er nicht nur Platz für die Haustechnik, sondern kann auch als Hobbyraum oder als Einliegerwohnung genutzt werden. Der Fertigkeller ist eine Investition, die sich schnell bezahlt macht.

Zahlreiche Hersteller bieten den Fertigkeller an. Neben der Firma Glatthaar Keller können wir auch Knecht Fertigkeller und  Südwest Keller nennen. Baufamilien können auf Anfrage entsprechende Informationen rund um den Keller bekommen.

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